Einst war Hamburg das „Brauhaus der Hanse“

Add to Flipboard Magazine.
Redakteur
Rate this post

CIS –

Das Brauen von Bier und die Entwicklung der Stadt Hamburg sind untrennbar miteinander verbunden. Bereits im Jahr 1210 wurde das frische Wasser der Alster für das Standardgetränk des Mittelalters genutzt und durch das Aufstauen des Flusses ab 1235 wurde der Alstersee zum Standort vieler Mühlen, die nicht nur Korn mahlten, sondern eben auch das für die Bierproduktion benötigte Malz schroteten.

Foto pixabay.com / alles

Bier war im Mittelalter ein Grundnahrungsmittel – es galt als das „flüssige Brot“. Um 1540 wurden in Hamburg ganze 527 Brauereien gezählt, das Hamburger Bier entwickelte sich zu einem der wichtigsten Exportgüter der Stadt und wurde insbesondere in die Niederlande, aber auch nach Frankreich, England, Jütland und Island verschifft. Nirgendwo sonst wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert solche Mengen Bier produziert wie in Hamburg. Zu den Spitzenzeiten im 14. Jahrhundert stellten die Hamburger Brauer jedes Jahr 574.000 Hektoliter Bier her.



Galt Lübeck als das „Kaufhaus der Hanse“ und Köln als das „Weinhaus der Hanse“, so sprach man bald von Hamburg als dem „Brauhaus der Hanse“. Der Verkauf des Bieres machte die Hamburger Brauer wohlhabend und einflussreich. Auf ihre Initiative gehen der Bau der Stadtwasserkunst, die Gründung der Börse und die erste Feuerversicherung zurück.

„Kein Bier ohne Alster. Hamburg – Brauhaus der Hanse“ heißt deshalb die neue Sonderausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte, in der bis zum 12. März 2017 anhand von zahlreichen Originalobjekten, schriftlichen Quellen, Modellen sowie inszenatorischen Elementen (Hausbrauerei, Böttcherei) die Entwicklung des Bierbrauens in Hamburg nachgezeichnet wird. Neben den Rohstoffen, die für das mittelalterliche Bierbrauen erforderlich waren, werden die verschiedenen Brauutensilien, die Trinkgefäße, aber auch das Bier als Nahrungsmittel thematisiert.



Mit der Auflösung der Hanse verloren die hiesigen Bierbrauer zwar einen Teil ihres Marktes und aufgrund der sich ändernden Trink- und Essgewohnheiten im 17. Jahrhundert ging die Bierproduktion in dieser Zeit stark zurück, aber im 19. Jahrhundert erlebte das Bierbrauen dann mit den „Actien-Brauereien“ erneut einen enormen Aufschwung, was in der Ausstellung anhand der damaligen Bierreklame, historischen Flaschen und Etiketten deutlich gemacht wird. Obwohl der Kaffee das Bier von seinem Spitzenplatz beim durchschnittlichen Getränkekonsum verdrängt hat, stellt das Bier auch heute noch – insbesondere durch die wachsende Craft-Bier-Produktion – einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in Hamburg dar.

Exklusiv für die Ausstellung hat die Störtebeker Braumanufaktur ein Hamburger Rauchweizenbier nach mittelalterlicher Rezeptur gebraut, das im Museumsshop gekauft, im Café getrunken und im September 2016 an jedem Samstag und Sonntag in der Ausstellung verköstigt werden kann.

Presse Hamburgische Museen

Nächster Beitrag

Guest-One organisiert die Eröffnungskonzerte der Elbphilharmonie

CIS – Großer Erfolg für Guest-One: Die Wuppertaler Experten übernehmen die Gästeorganisation und das Teilnehmer-Management für die Eröffnungsveranstaltungen der Elbphilharmonie Hamburg. Zu den beiden Eröffnungskonzerten am 11. und 12. Januar 2017 erwartet die HamburgMusik gGmbH als Betreiber gesellschaft der Elbphilharmonie mit ihrem Generalintendanten Christoph Lieben-Seutter rund 4.500 Besucher. Foto oben:  […]