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Der menschliche Modepapst

Lagerfeld: In Hamburg geboren, in der Welt zu Hause


Foto: Lagerfeld: In Hamburg geboren, in der Welt zu Hause

(Foto: CFalk / pixelio.de)

Vor einigen Tagen feierte Karl der Große alias Karl Otto Lagerfeld seinen Geburtstag. Doch kaum jemand weiß genau, wie alt der Modeschöpfer überhaupt wurde.

Der menschliche Modepapst

An einem 10. September kam Karl Lagerfeld in Hamburg zur Welt. In welchem Jahr das war, bleibt sein Geheimnis. Manchmal gibt er 1935 als sein Geburtsjahr an, in anderen Quellen ist es 1938. Die Personendatenbank Munzinger verzeichnet hingegen das Jahr 1933. In dem 2008 veröffentlichten kirchlichen Taufregister Hamburgs ist ebenfalls 1933 als Lagerfelds Geburtsjahr datiert. Es soll zudem eine Geburtsanzeige für Karl Otto Lagerfeld vom 10. September 1933 existieren, allerdings ließ er sich am 10. September 2008 zu seinem 70. Geburtstag gratulieren. Den exzentrischen Mann umgibt also ein Mysterium und genau das macht ihn so interessant. Mittlerweile ist Lagerfeld weltweit bekannt. Trotz des großen Namens, macht er seine Designerstücke für jedermann zugänglich. Unter anderem sind Lagerfelds Mode und Schuhe bei Zalando zu finden. Er ist der Meinung, dass exklusive Bekleidung jedem Menschen zusteht. Seine Kollektionen sollen für die Masse erschwinglich bleiben, damit sich jeder elegant und einzigartig fühlen kann. Lagerfeld ist also nicht nur unheimlich kreativ und erfolgreich, der gebürtige Hamburger ist zudem bodenständig und überhaupt nicht egozentrisch.



Werdegang in der Fashionwelt


Lagerfeld kann auf ein spannendes Leben zurückblicken. Der Modeschöpfer ist selbst ein echtes Gesamtkunstwerk: Er ist Designer, Fotograf, Kostümbildner, Lebenskünstler und manchmal sogar Philosoph. Sein weiß gepuderter Haarzopf, der hohe Vatermörderkragen, die Sonnenbrille und die Lederhandschuhe sind als Markenzeichen international bekannt. Zu dem extravaganten Stil kommt eine subtile Schlagfertigkeit, die ihn irgendwie sympathisch und kernig macht. Lagerfeld ist als Gesamtbild unverkennbar. In seiner Jugend war Glücksklee sein Spitzname, denn seinem Vater Otto gehörte das Kondensmilch-Unternehmen Glücksklee GmbH. 1953 zog Karl mit seiner Mutter Elisabeth nach Paris. 1955 begann er eine Schneiderausbildung bei Pierre Balmain. Danach agierte er als künstlerischer Direktor bei Chloé und Designer für Fendi, bis er 1983 zu Chanel wechselte.

Der sympathische Millionär

Heute ist Lagerfeld vielfacher Millionär mit Immobilien in Paris, Monte Carlo, New York und Biarritz. Geld hat dem Künstler jedoch noch nie viel bedeutet – er besitzt weder ein Portemonnaie noch eine Brieftasche. Seine Kontoauszüge liest er nicht und die Rechnungen begleicht der Sekretär. Der Süddeutschen Zeitung sagte der Modezar, dass er für Kleidung kaum Geld ausgibt, da die meisten Stücke sowieso Präsente seien. Kein Wunder, denn Karl hat viele Freunde – zum Beispiel im Fürstenhaus von Monaco. Sie schätzen die Treue Lagerfelds. Nach dem Tod seines an Aids erkrankten Partners Jacques de Bascher im Jahre 1989 blieb Karl beispielsweise allein. Im gleichen Bett darf nur seine Katze Choupette liegen. Außerdem blickt Lagerfeld nie zurück: Alles, was er geschaffen habe, sei ihm egal, sagte der Designer in einem Interview. Er blickt viel lieber nach vorn und umgibt sich mit jungen Menschen, um über das Älterwerden nicht nachdenken zu müssen.